we don’t need
another hero.

Warum sich im Grafikdesign etwas verändern muss.

Das Grafikdesignerinnen immer noch nicht die Sichtbarkeit bekommen, die ihnen eigentlich zusteht ist nicht nur schlicht und ergreifend ungerecht, dabei geht auch noch ein Haufen Potential verloren. Das Grafikdesign ist dominiert von männlichen Stardesignern, die mit Starjournalisten, Starmarken, Starfotografen (usw.) in einem exklusiven System kooperieren. Dabei werden viele Stimmen überhört, besonders die von Grafikdesignerinnen

pc agi agi

11,9% FRAUEN IM AGI

pc tdc tdc

34% FRAUEN IM TDC

pc adc adc

14,8% FRAUEN IM ADC

geld

Frauen verdienen
8 bis 22% weniger
als Männer.

drei

Die Geschlechterungerechtig‐keit im Grafikdesign zeigt sich in drei Symptomen:

  • weniger
    sichtbarkeit
  • weniger gehalt
  • weniger
    verantwortung

Unsere Wahrnehmung und Auffassung von Design spielt dabei eine große Rolle. In der Design geschichte und in der Bewertung von Design sind wir auf den »Königsweg der Moderne« fixiert. Der Fokus auf die Moderne und der dadurch eng gefasste Designbegriff und die Bewertung von Design, definiert über die Arbeits weise von Männer, führt dazu, dass andere Stilrichtungen, andere Produktions arten aus der Designgeschichtsschreibung ausgelassen werden. Obwohl Frauen erfolgreich arbeiteten, fanden sie in der Moderne keine Anerkennung. Wird ein Berufsfeld » feminisiert« wird es abgewertet – die Vermännlichung eines Berufsfeld führt zu dessen Aufwertung. Dies muss unbedingt in die Analyse und Einschätzung von Designerinnen und bei der Erarbeitung einer alternativen Narrative einbezogen werden. Diese Narrative muss die Stellung des Stardesigners, der männlichen Gestalterpersönlichkeit in Frage stellen. Durch das Heraus stellen einzelner Gestalterpersönlichkeiten wird die Geschichtsschreibung vereinfacht, verzerrt und der einzelne Name bekommt übermäßig viel Bedeutung beigemessen. Designgeschichte sollte die Geschichte des Designs erzählen und nicht auf die des einzelnen Designers reduziert werden. Die Betrachtung und Beurteilung von Design als sozialem Produkt, nicht als Werk eines Individuums, eröffnet viele neue Möglichkeiten für eine alternative Auffassung von Design und Historiografie. Design als kulturelles und soziales Produkt hat eine Bedeutung die von verschiedener Seite gelesen wird: Von der Seite der Designer*innen, der Produzent*innen, der Werber*innen und der Konsu-ment*innen. Welche Bedeutung dem Objekt beigemessen wird, ist abhängig von den Nutzer*innen und deren kulturellen und sozialen Hintergrund.

penta

62 % aller Angestellten sind Frauen, allerdings ist nur 18% der Führungsetage weiblich

Um langfristige Veränderungen anzustoßen sollte man nicht versuchen, sich in dieses patriarchalen System einzufügen und als Teil dessen zu funktionieren, sondern es zu analysieren, zu verstehen, die unterdrückenden Mechanismen erkennen und schlussendlich ein neues System zu definieren. Findet dieser Prozess nicht statt, reproduzieren sich diese unterdrückenden Mechanismen stetig selbst und mit ihnen auch die Geschlechterstereotypen und die Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern.